Inno­vationen

Vorsorge-Modell

Der Neubau bzw. die Ersterrichtung des Verbandsnetzes ist zum Großteil abgeschlossen. Die mit hohem finanziellem Einsatz geschaffene, meist unterirdische und in der Regel nicht sichtbare Infrastruktur im Vergleich zu Hochbauten oder Straßen, wird von der Bevölkerung im Alltag nicht wahrgenommen. Diese soll nun langfristig auf hohem Niveau genutzt werden. Bei Annahme einer durchschnittlichen Lebensdauer des Leitungsnetzes zwischen 50 und 100 Jahren ergibt sich in der Regel ein mittlerer zustandsorientierter Erneuerungsbedarf von 1 bis 2 % pro Jahr. Dies entspricht einer zu erneuernden Leitungslänge von 3 bis 6 km pro Jahr. Das Verbandsnetz muss daher regelmäßig einer professionellen Wartung und Sanierung unterzogen werden. Dazu benötigt es eine Bewusstseinsbildung zur Sicherung der zukünftigen Finanzierung des Netzes mit Hilfe eines kostendeckenden Wasserpreises und Bildung von Sanierungsrücklagen aus den Wasser-Einnahmen. Seit 2014 wird ein professionelles Vorsorgemodell zum Funktions- und Werterhalt der gesamten Infrastruktur umgesetzt.

Heute ist durch das Wirken des Verbandes eine quantitativ und qualitativ einwandfreie Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung im Steirischen Vulkanland zur Selbstverständlichkeit geworden, jedoch gilt es diesen enormen Infrastrukturschatz als lebensdienliche Grundversorgung auch weiterhin langfristig mit professioneller Führung, Weitblick für Veränderungen und Bewusstsein zur Vorsorge krisensicher zu erhalten. Der Wasserverband und seine Verantwortlichen garantieren auch zukünftig dafür, dass das Trinkwasser als öffentliches Gut zur Absicherung der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge nach dem Prinzip der Gemeinnützigkeit fest in öffentlicher Hand bleibt.

Notstrom­versorgung

Nach der qualitativen und quantitativen Absicherung der Wasserversorgung wird bis 2025 ein innovatives Notstromsystem umgesetzt, da bei einem überregionalen länger andauernden Ausfall der öffentlichen Energieversorgung die in den Hochbehältern gespeicherte Wassermenge nur ca. 1 Tag ausreicht und die gesamte Wassermenge aufgrund der hügeligen Geländestruktur mehrmals bis zur Übergabe an die Gemeinden gepumpt werden muss. Zuerst wurde die Verbandszentrale mit einer 30 kWp-Photovoltaikanlage, einem 85 kVA-Dieselaggregat, einem Batteriespeichersystem und einer intelligenten Steuerung blackoutsicher gemacht. Die öffentliche Energieunabhängigkeit der maßgebenden notwendigen Außenanlagen (Brunnen, Pumpwerke, Hochbehälter und Funkstationen) wird stufenweise realisiert. Bis 2019 wurden 10 Notstromaggregate mit einer Gesamtleistung von rd. 1.000 kW errichtet. Somit ist eine krisensichere Versorgung mit Hilfe der verbandseigenen Dieseltankstelle für rd. 75 % der Mitgliedsgemeinden bis zu einer Woche möglich.

Weitere 13 Notstromaggregate werden bis 2025 noch errichtet. In Kombination mit dem implementierten Notfallmanagement können im Endausbau alle Gemeinden zu 100 % bis zu einer Woche im Blackoutfall mit Trinkwasser versorgt werden. Die krisensichere Versorgung im gemeindeinternen Bereich, u.a. Notstrom für Pumpwerke zur Versorgung von Hochzonen, obliegt jedoch im alleinigen Verantwortungsbereich der Mitglieder.

Brunnen-Vorfeld-monitoring

Zur permanenten Überwachung der Grundwasser-Qualitätsentwicklung und zur frühzeitigen Erfassung von Gefahren auf die Wasserqualität im Einzugsgebiet der Brunnen wurde ein modernes Onlinemonitoring eingerichtet. Dabei werden unterschiedliche Parameter wie Wasserstand, Nitrat, Leitfähigkeit, Sauerstoff und Temperatur in den einzelnen Vorfeldpegeln gemessen und mittels Fernüberwachung laufend übertragen.
Die Mess-Stellen befinden sich in einem Abstand von 60, 120 und 365 Tagen Wasser-Fließzeit zu den Brunnen.